Bremer Landesjugendhilferat

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Bremen hat ein neues Gremium: Den Landesjugendhilferat. Die 12 gewählten Mitglieder haben sich vom 23.–25.1.2026 zum Auftakt im LidiceHaus getroffen.

Mit dem Bremer Landesjugendhilferat gibt es nun zum ersten Mal eine eigene Interessensvertretung für die ungefähr 2000 Kinder und Jugendlichen im Land Bremen, die in Wohngruppen, Jugendhilfeeinrichtungen oder bei Pflegeeltern leben.

Wie ist der Bremer Landesjugendhilferat zustande gekommen?

Im Landesjugendhilferat engagieren sich 12  Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Alle leben in einer Wohngruppe oder Pflegefamilie.

Sie sind im Jugendhilferat, weil sie sich dafür beworben haben. Die meisten haben vom Jugendhilferat bei einer Infoveranstaltung oder bei einem Besuch in ihrer Wohngruppe von laut!stark gehört. Laut!stark ist eine Geschäftsstelle, die Jugendliche aus Bremen und Bremerhaven beim Aufbau von Interessensvertretungen unterstützt.

Was will der Bremer Landesjugendhilferat?

Der Landesjugendhilferat will sich für andere Jugendliche in Wohngruppen oder Pflegefamilien einsetzen. Einige der Mitglieder machen das auch schon länger und engagieren sich bei ihrem Jugendhilfeträger oder ihrer Wohngruppe.

Hier ein paar Zitate aus dem Landesjugendhilferat:

  • “Ich möchte, dass junge Menschen mehr Mitspracherecht bekommen, vor allem die, die in Einrichtungen leben!” (Adam, 19 Jahre) 
  • “Ich möchte mich für Gerechtigkeit einsetzen, weil mir wichtig ist, dass alle Menschen gleich behandelt werden – egal woher sie kommen, was sie glauben oder wie sie aussehen.“ (Mia, 15 Jahre) 
  • “Alle Kinder haben die gleichen Rechte und ich kann gut zuhören und ich habe ein gutes Gefühl für Ungerechtigkeit und ich habe mit Ungerechtigkeit auch Erfahrung.” (Pierre, 15 Jahre)
  • “Ich nehme es nicht einfach hin, wenn Menschen um mich herum oder mir selbst Unrecht widerfährt. Ich wünsche mir mehr Aufklärung über die Einhaltung der Kinderrechte.” (Eliot, 18 Jahre)

Was hat der Landesjugendhilferat bei seinem ersten Treffen gemacht?

Am ersten gemeinsamen Wochenende haben sich die Jugendlichen kennengelernt, damit sie in Zukunft gut zusammenarbeiten können. Gemeinsam wurde eine Satzung und eine Geschäftsordnung für den Bremer Landesjugendhilferat beschlossen.

Es wurde ein Vorstand gewählt: Maxi und Adam sind die Vorsitzenden, Sophia übernimmt alles rund um Social Media und Öffentlichkeitsarbeit, Behzad achtet auf die Finanzen.

Auf dem Programm standen auch schöne Sachen wie Lasertag spielen in Findorff. 

Welche Themen will der Landesjugendhilferat angehen?

Die Jugendlichen haben sich an diesem Wochenende auch über Themen ausgetauscht, die sie bei ihrer Arbeit als Bremer Landesjugendhilferat angehen wollen.

Dazu zählen:

  • Der Umgang mit jungen Menschen in Wohngruppen und Pflegefamilie. Beschwerden sollten wirklich ernst genommen werden. Oft kann man sich beschweren, aber es passiert nicht wirklich etwas. Die Erwachsenen beim Amt für Soziale Dienste und Betreuer*innen sollen die Jugendlichen wirklich ernst nehmen und individuell auf sie eingehen.
  • Ämter und Case Management: Besonders das Thema Erreichbarkeit und Zusammenarbeit mit Case Manager*innen ist für alle besonders wichtig. Es sollte transparenter sein, wofür welche Gelder zur Verfügung stehen. Die Pflegekinder haben öfter das Gefühl nicht so gut vom Staat und Jugendamt unterstützt werden.
  • Vorurteile abbauen: Der Bremer Landesjugendhilferat will auch dafür sorgen, dass mehr über die Jugendhilfe gesprochen wird, so dass Vorurteile abgebaut werden.

Wie geht es weiter?

Das nächste Mal trifft sich der Bremer Landesjugendhilferat vom 13.-15.3.2026 im LidiceHaus. Bei ihrem Treffen werden die Jugendlichen weiterhin von laut!stark unterstützt.

Auf der Tagesordnung für das Wochenende stehen unter anderem der Social Media Auftritt vom Bremer Landesjugendhilferat, die Entwicklung eines Logos sowie die weitere Arbeit an den einzelnen Themen und Projektideen.